Gehaltsvorstellung

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung: So formulierst Du Deinen Gehaltswunsch!

Steht dir das Bewerbungsgespräch bevor und du weißt nicht so recht, wie du deinen Gehaltswunsch formulieren sollst? Dann lies weiter – dieser Artikel ist für dich!

In Bewerbungsverfahren und Vorstellungsgespräch wirst du oft über unangenehme Fragen stolpern. So mancher scharfe Blick kann deinen Bauch zum Grummeln bringen, und am härtesten trifft stets: die Gehaltsfrage!

Das Grauen beginnt jedoch nicht erst im Bewerbungsgespräch – schon für das Anschreiben verlangt mancher Arbeitgeber ein klares Statement. Wir erklären dir noch, wann es dazu kommt.

Doch keine Sorge: In diesem Artikel geben wir dir alle Tipps, Regeln und zu beachtende Hindernisse an die Hand – damit dein Gehaltswunsch Realität wird!

Wann im Bewerbungsprozess wirst du nach deinen Gehaltsvorstellungen gefragt?

Die kurze Antwort: meist im Vorstellungsgespräch!

Und da die Frage meist am Ende gestellt wird, bekommt sie für dich eine UNGLAUBLICHE Bedeutung. Denn nicht nur der erste Eindruck zählt – auch der letzte ist besonders entscheidend!

Dass die Frage erst gegen Ende kommt, kannst du ausnutzen: Hast du vorher deine Qualifikation und deine Motivation für den Job gut beschrieben, reicht bei der Gehaltsfrage eine kurze Antwort.

Denn die Begründung hast du schon vorher geliefert. Die wichtigsten Punkte musst du nur noch ganz kurz ansprechen.

Achtung: Manchmal musst du deine Gehaltsvorstellungen schon im Motivationsschreiben präsentieren! Da es sich dabei mittlerweile nicht um Einzelfälle handelt, solltest du die Stellenausschreibung also sorgfältig lesen.

Was will der Personaler mit dieser Frage über dich herausfinden?

Drei Dinge möchte die Personalabteilung mit der Gehaltsfrage über dich erfahren:

1. Wie viel du kostest,

2. wie souverän du bist und

3. ob du den Job wirklich haben willst.

An der Spitze steht natürlich der finanzielle Aspekt. Kann das Unternehmen dir überhaupt so viel zahlen oder sind deine Vorstellungen unrealistisch?

Zweitens geht es um deine Präsentation. Anhand deiner Körpersprache und Ausdrucksweise kann der Personaler beurteilen, wie souverän du in deiner Darstellung und deiner Verhandlungsfähigkeit bist.

Beachte bitte: Kein Personaler nimmt es dir übel, wenn du an diesem Punkt des Gesprächs nervös wirst. Hier geht es ihm mehr um Punkt 3:

In Punkt 3 möchte der Personaler hinter deine wahre Motivation schauen. Hast du dich nicht richtig vorbereitet, merkt der Personaler dies sofort (denn jeder weiß, dass die Frage im Vorstellungsgespräch besprochen wird).

Eine mangelnde Vorbereitung zeigt, dass du kein wahres Interesse an der Stelle hast und möglicherweise gar nicht planst, langfristig im Unternehmen zu bleiben. Zumindest kommen starke Zweifel daran auf.

Bereite dich also richtig auf das Vorstellungsgespräch vor!

Vergeude die Chance nicht, dich glaubwürdig zu präsentieren und deinen positiven Eindruck zu unterstreichen! Kannst du eine fundierte Begründung vorweisen, festigst du damit deinen Anspruch auf das gewünschte Gehalt.

8 Dinge, die dir bei der Gehaltsverhandlung das Genick brechen

1.Mangelnde Begründung

Nennst du deinen Gehaltswunsch, ohne dies mit einer Begründung zu untermauern, wird der Vorschlag der Personalabteilung meist unterhalb deiner Wunschzahl liegen.

Ohne Begründung klingst du wie ein schreiendes 5-jähriges Kind („Ich will aber!“). Hinter deinen Gehaltsvorstellungen muss eine Argumentation stehen!  

2. Falsche Motivationen

Nennst du falsche oder irrelevante Gründe, verbaust du dir den Weg zu deinem Wunschgehalt. Wer mit Schulden oder privaten Wünschen argumentiert, erreicht seine Vorstellungen nicht. Rede nicht darüber, warum du das Gehalt brauchst, sondern warum du das Gehalt wert bist.

3. Das Thema totreden

Formuliere deine Antwort knapp und präzise. Umfasst deine Antwort einen 10-minütigen Vortrag, scheint dein Interesse lediglich dem Gehalt zu gelten.  

4. Dem Unternehmen keinen Mehrwert bieten

Vergiss niemals, dass dein Gegenüber eine Leistung erwartet. Rede also nicht nur darüber, dass du das Gehalt aufgrund deiner Fähigkeiten verdienst. Stattdessen solltest du dich auf deine Rolle und Funktion innerhalb des Unternehmens berufen und so deinen Wert unterstreichen.

5. Geldwerte Leistungen vergessen

Dein Gehalt beschränkt sich nicht nur auf Bargeld. Geldwerte Leistungen können das Einkommen ergänzen und bedeuten für das Unternehmen sogar eine Ersparnis.

Bist du viel geschäftlich unterwegs, dann erkundige dich nach einem Firmenwagen. Beantwortest du unterwegs häufig Nachrichten oder E-Mails, wäre ein Firmenhandy vielleicht angemessen. Mit diesen Leistungen erzielst du in der Gesamtrechnung dann doch noch dein Wunschgehalt.

6. Mit anderen Angeboten drohen

Als Bewerber solltest du nur zwei Vergleichswerte anführen:

1. dein vorheriges Gehalt und

2. das Durchschnittsgehalt deiner Stelle.

Drohe nicht mit Gehaltsvorschlägen anderer Unternehmen. Diese sind zwar geniales Verhandlungsmaterial – explizit und voller Arroganz solltest du damit aber nicht vor deinem potentiellen Arbeitgeber posieren.

Du kannst aber durchscheinen lassen, dass andere Unternehmen dich auch haben wollen. Das aber bitte in Demut und elegant. Hier ist Fingerspitzengefühl angesagt.

7. Das erste Angebot akzeptieren

Wenn die Personalabteilung dir ein Angebot unterbreitet, dann besteht so gut wie immer Raum zur Verhandlung. Deswegen die goldene Regel: Nimm das erste Angebot nicht an! (Außer alle deine Hoffnungen wurden weit übertroffen – und der Goldesel steht schon vor der Tür.)

Du kannst aber immer später darauf zurückkommen, wenn sich keine anderweitige Einigung findet.

8. Unsachlich werden

Emotionalität bei der Gehaltsfrage ist wie Emotionalität im Gericht - nur im Fernsehen realistisch. Wirst du zu emotional, zeigt dies klar, dass du stark auf das Geld fokussiert bist. Argumentiere also sachlich, warum du auf deinen Vorstellungen beharrst.

Verändert sich die Sachlage nicht, solltest du dennoch nicht verzweifeln. Im Artikel findest du viele Ideen, die dein Gehalt nach oben treiben – Emotionalität ist keine davon.

8 Regeln, die du befolgen musst, um dein Traumgehalt zu erreichen

Unser Ratgeber ist lediglich eine Leitlinie für dich, aus der du deine persönliche Antwort entwickeln kannst. Denn du überzeugst durch Individualität. Mit diesen Richtlinien wirst du deiner Antwort den letzten Schliff verpassen:

1. Lerne deinen Marktwert kennen

Zur gründlichen Vorbereitung gehört eine ordentliche Recherche. Die ersten Informationen kannst du im Internet finden. Es gibt verschiedene Jobportale und Websites, die Daten zu bestimmten Berufsgruppen liefern. Diese Zahlen stehen für sich und können am besten verwendet werden, um einen unterdurchschnittlichen Vorschlag auf das normale Gehaltsniveau zu heben.

2. Präsentiere eine individuelle Antwort

Mache dir klar, dass du einzigartige Merkmale besitzt. Sie entspringen deinem persönlichen Werdegang. Präsentiere diese einmaligen Eigenschaften unbedingt – denn Einzigartigkeit ist selten und damit wertvoll. Die richtige Argumentation ist hier ausschlaggebend!

3. Beschaffe dir Informationen bei Mitarbeitern

Falls du einen Mitarbeiter des Unternehmens kennst, kannst du etwas über seine Vergütung herausfinden. Je ähnlicher die Position und das Einsatzgebiet der Person sind, desto besser kannst du die Informationen verwerten. Sei jedoch vorsichtig: In Deutschland wird das Gehalt totgeschwiegen. Reagiere nicht zu emotional. Bleibe neutral, um dein Gegenüber nicht zu verletzen.

4. Zeige Geduld

„Ach übrigens, wie sieht es eigentlich mit meinem Gehalt aus?“ Aua. Das will niemand hören! Als Bewerber solltest du dich mit diesem Thema zurückhalten. Der Personaler ist Gesprächsführer und weiß, dass du gerne etwas über diesen Punkt erfahren möchtest. Bleibe also geduldig.  

5. Sei realistisch

Das Unangenehme an der Gehaltsfrage ist, dass du einen Anspruch stellst, ohne dass du deine Arbeit bisher unter Beweis stellen konntest. Das, was auf dem Papier steht, ist daher enorm wichtig. Auch wenn du denkst, du bist Gold wert, bleibe realistisch! Nach deiner Einstellung kannst du deinen wahren Wert dann tatsächlich unter Beweis stellen.

6. Begründe und argumentiere

Für das Unternehmen bist du eine Investition, die sich lohnen soll. Begründe also anhand deiner Fähigkeiten und Erfahrungen, warum du für den Arbeitgeber einen Mehrwert darstellst. 

Liefere unbedingt Hintergrundwissen zu deinen Fähigkeiten: Ein Studium und deine Erfahrungen untermalen deine fachlichen Kenntnisse. Fortbildungen zeigen ergänzend, dass du auf dem aktuellen Stand der Dinge bist und mit modernen Methoden arbeiten kannst.

7. Nenne eine Gehaltsspanne

Bei beiden Parteien ist es beliebt, zunächst den Gehaltswunsch als Spanne anzugeben. Und dies ist sinnvoll! Mit einer Spanne zeigst du, dass du auf die Vorstellung deines Gegenübers eingehen kannst und kooperativ bist.  

Setz dir persönlich trotzdem eine fixe Zahl als Erwartungswert: Möchtest du ein Gehalt von 50000 Euro brutto erzielen, kannst du beispielsweise eine Spanne von 49500 bis 52000 Euro brutto nennen.

Auf diese Weise kannst du möglicherweise deine Erwartungen sogar übertreffen! Setzt du dein unteres Limit jedoch zu tief, musst du beim Ergebnis unter Umständen zurückstecken. Andererseits sind deine Prioritäten entscheidend: Steht der Arbeitsplatz an erster Stelle, solltest du offen für Verhandlungen sein.

Wenn die Arbeitsbedingungen wirklich überzeugen: Spätere Gehaltsverhandlungen bieten dir immer noch die Möglichkeit auf eine nachträgliche Gehaltserhöhung.

Im Bewerbungsschreiben Gehaltsvorstellungen nennen – Diese 4 Dinge musst du beachten

Tatsächlich kommt es nicht selten vor, dass das Unternehmen schon im Anschreiben Angaben zur Gehaltsvorstellung erwartet. Allerdings stellt dies keine allgemeine Regel dar. Du solltest die Information also nur integrieren, wenn die Stellenanzeige dies ausdrücklich verlangt. Wir geben dir kurze Tipps, wie du elegant an dieses schwierige Thema herantrittst. Darauf solltest du achtet, wenn du im Anschreiben deinen Gehaltswunsch nennen sollst:

1. Ignoriere die Aufforderung nicht

Der Arbeitgeber hat die Aufforderung bewusst formuliert und erwartet eine Antwort von dir. Ignorierst du die Aufforderung, wirst du wahrscheinlich direkt aussortiert.

2. Ein Ausweg: das bisherige Gehalt

Vielleicht willst du dich nicht zu 100% festlegen. Dann erwähne dein bisheriges Gehalt. Damit gehst du auf die Gehaltsfrage schonmal ein, ohne ein ultimatives Statement abzugeben. Ein Personaler kennt die üblichen Gehaltserhöhungen bei einem Arbeitsplatzwechsel aus ungekündigter Position. Deswegen ist dein vorheriges Gehalt eine sinnvolle Information.

Bonus-Tipp: Vermerke in einem zweiten Satz, dass du deine Vorstellungen gerne im persönlichen Gespräch weiter erläuterst.

3. Der schwache Ausweg

Nutze diese Methode (wie auch bei Punkt 2) nur, wenn du wirklich noch keinen guten Gehaltsvorschlag parat hast. Mit dieser Methode umschiffst du deine Antwort – zeigst aber doch, dass du die Frage wahrgenommen hast. So geht’s: „Gerne erläutere ich in einem persönlichen Gespräch meine Vorstellungen bezüglich des Gehaltswunsches“.

4. Der beste Zeitpunkt für deine Antwort

Gib deinen Gehaltswunsch an, nachdem du deine Qualifikationen beschrieben hast. Erst zeigst du deinen Mehrwert, und dann klingt deine Zahl logisch und natürlich.

Wie du niemals antworten solltest! (Negativbeispiele)

Wahrscheinlich hören Personaler diese Sätze immer noch viel zu oft. Du solltest diese Fehler lieber nicht machen:

  • „Wir haben gerade ein Haus gekauft und wollen dieses so schnell wie möglich abbezahlen.“
  • „Wie sieht es eigentlich mit dem Gehalt aus?“
  • „Das letzte Unternehmen hat mir einfach zu wenig gezahlt. Ich möchte mit dem Jobwechsel endlich mein Gehalt steigern.“
  • „In einem anderen Vorstellungsgespräch hat man mir aber viel mehr angeboten!“
  • „Unter 5000 netto kommt für mich nichts in Frage.“

Mit diesen Antworten geht dein Gehaltswunsch in Erfüllung! (Beispiele)

Antworten im Bewerbungsschreiben (Beispiele)

Folgende Sätze zeigen gut auf, wie es richtig geht:

„Meine Gehaltsvorstellungen liegen aufgrund meiner beschriebenen Fähigkeiten und Erfahrungen im Bereich von 475000 bis 50000 Euro.“

 

„Bisher lag mein Jahresbruttogehalt bei 45000 Euro. Meine weiteren Vorstellungen erläutere ich gerne in einem persönlichen Gespräch.“

 

„Entsprechend meiner Position und den damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungen entspricht ein Jahresgehalt von 45000 Euro meinen Vorstellungen.“

 

Antworten im Vorstellungsgespräch (Beispiele)

Im Bewerbungsgespräch erwartet dein Gegenüber eine etwas ausführlichere Antwort. Diese Formulierungen wirken Wunder:

„Meine Erwartungen liegen im Bereich von 47500 bis 50000 Euro. Begründen möchte ich dies durch meine langjährige Erfahrung im Bereich IT und Kommunikation. Ich habe während meiner bisherigen Anstellungen eine tragende Rolle in der Entwicklung verschiedener Projekte gespielt. Zudem konnte ich durch Weiterbildungen meinen Wissensstand erweitern und mich so zu einem Experten für das Thema IT-Server entwickeln.“

„Ich möchte langfristig in dieser Branche arbeiten. Deswegen ist mein aktuelles Gehalt von zweitrangiger Bedeutung. Dabei würde ich jedoch gerne mein vorheriges Einkommen von 47500 Euro brutto beibehalten. Die Teilnahme an den Projekten und Expansionen in Richtung internationaler Arbeit möchte ich gerne unterstützen und langfristig eine verantwortungsvolle Position übernehmen.“

 

„Da Ihr Angebot nicht vollständig meinen Vorstellungen entspricht, würde ich mich gerne über die Möglichkeit geldwerter Leistungen erkundigen. Gerade für die verschiedenen Meetings im Außendienst wäre ein Dienstwagen sehr hilfreich. Ein Smartphone würde mir ermöglichen, schnell auf geschäftliche Gelegenheiten zu antworten und konstant auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben. So bleibe ich als Ansprechpartner dauerhaft kontaktierbar.“

 

„Ich verstehe natürlich, dass Sie bestimmte Gehaltsstufen für neue Arbeitnehmer festgelegt haben. Deswegen würde ich gerne zunächst meine Fähigkeiten unter Beweis stellen. So können Sie mein Können einschätzen. Im Anschluss würde ich nach 6 Monaten gerne noch einmal über die Gehaltsfrage sprechen.“

 

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