Die Frage nach deinen Schwächen im Bewerbungsgespräch

Schwächen im Bewerbungsgespräch: So meisterst du die ultimative Frage

Der Frage nach deinen Schwächen wirst du in jedem Vorstellungsgespräch gegenübertreten müssen. Für das Unternehmen dreht sich im Bewerbungsgespräch alles darum, ein möglichst rundes, vollständiges Bild von dir zu bekommen – und dazu gehören nun mal auch deine negativen Eigenschaften.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du die unangenehmste Frage des Bewerbungsgesprächs bestmöglich meisterst. Was gehört zu einer guten Antwort – welche Antworten sind tabu?

Und vor allem: Soll man seine Schwächen ehrlich zugeben?

Die Frage nach deinen Schwächen kommt in vielen Formen

Personaler probieren häufig, die Frage nach den Schwächen zu tarnen. Denn die meisten Bewerber rechnen mit dieser Frage und bereiten sich gründlich darauf vor. Zu viele Ratgeber sind verfügbar, die die Antworten einstudiert und perfekt wirken lassen.

Außerdem werden die Schwächen gerne umformuliert zu negativen Eigenschaften, Schwierigkeiten und Herausforderungen.

Auf folgende Abwandlungen solltest du gefasst sein:

Schwächen aus der dritten Perspektive

Diese Frageform soll deine subjektive Meinung über dich selbst ausklammern (was natürlich nicht funktioniert).

Die Frage könnte dann so lauten:

„Welche drei Ihrer negativen Eigenschaften würde Ihr vorheriger Chef (auch: Kollegen, Freunde) nennen?“

Selbstkritik ohne Unternehmensbezug

Hier wird der Bezug zum Unternehmen ausgeklammert, um ehrlichere Antworten zu provozieren.

Dann wirst du beispielsweise gefragt:

„Welche Eigenschaften würden Sie gerne an sich ändern?“

Die „objektiven“ Skalenfragen

Skalenfragen werden gerne benutzt, um deine Stärken und Schwächen zu identifizieren.

Frage: „Auf einer Skala von 1-10: Wie sehen Ihre Fähigkeiten im Selbstmanagement aus?“

Der optimale Bereich liegt dabei zwischen 7-9! Schon Werte unter 7 gelten als problematisch. Ein Wert von 10 wirkt hingegen überheblich und zeigt, dass du keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung siehst.

Diese Antworten sind tabu

  • Verzichte auf Schwächen, die für die Stelle entscheidend sind. Niemand möchte cholerische Kundenberater, Dachdecker mit Höhenangst oder Verkäufer mit Sozialphobie.
  • Auf keinen Fall solltest du versuchen, deine Stärken als Schwächen darstellen. „Ich arbeite zu viel“ ist keine Schwäche. Personaler wollen sehen, dass du fähig zur ehrlichen Selbstkritik bist. Zu perfekte Antworten sehen hier tatsächlich schlecht aus.
  • Verwende keine Standardphrasen wie „Ich bin häufig zu perfektionistisch“. Eine individuelle Antwort gibt dir die Chance, nicht nur die Fähigkeit zur Selbstreflektion zu beweisen, sondern auch deine Persönlichkeit zu zeigen.
  • Rede dir nicht die Seele aus dem Leib. Manchmal verlieren sich Bewerber in langen Reden der Selbstkritik – doch diese spare dir lieber für deinen Therapeuten auf. 1-2 Schwächen reichen im Bewerbungsgespräch vollkommen aus.
  • Verzichte auf Humor. Gerne gesehen im Vorstellungsgespräch, aber bei deiner Antwort auf die Schwäche-Frage fehl am Platz. Denn hier möchte der Personaler Ehrlichkeit und Authentizität.

So meisterst du die Frage nach Deinen Schwächen (+ Beispiele)

Grundsätzlich folgt die optimale Antwort immer folgendem Grundsatz:

Schwäche + Maßnahmen

Deine Antwort sollte also zunächst deine Schwäche benennen und dann aufzeigen, was du dagegen unternommen hast. So zeigst du, dass du aktiv deine Schwächen angehst.

Hier ein paar Beispiele.

„Mir fällt es nicht besonders leicht, vor vielen Menschen zu sprechen. Um mich da ein wenig lockerer zu machen, besuche ich einmal im Monat einen Rednerkurs. Dadurch bin ich schon deutlich entspannter geworden.“

„Manchmal habe ich Probleme, meine Meinung klar zu äußern. Immer wenn mir dies auffällt, überlege ich mir, was mich daran hindert – meistens will ich einfach nicht negativ auffallen. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es häufig besser ankommt, wenn man eine klare Meinung hat. Seitdem schaffe ich es immer besser, klar Stellung zu beziehen.“

„Leider vergesse ich gelegentlich vereinbarte Termine und Absprachen. Beispielsweise ist es mir schon ein paar Mal passiert, dass ich eine Besprechung versäumt habe – einfach, weil ich den Termin nicht in meinem Kalender eingetragen habe. Seitdem ich jeden Tag in den letzten 10 Minuten der Arbeitszeit meinen Schreibtisch aufräume, meine Termine für den nächsten Tag durchgehe und die anstehenden Aufgaben im Bullet Journal eintrage, bin ich deutlich strukturierter.“

Deine Schwächen kannst du mit Adjektiven wie gelegentlich, manchmal und ab und zu abmildern. Dann klingen die Schwächen weniger dramatisch, bleiben aber ehrlich.

Zeige dem Personaler immer auf, dass du deine Schwächen kennst und verstehst und dass du aktiv daran arbeitest.

Ehrlich antworten — oder doch nicht?

Im Vorstellungsgespräch solltest du deine Schwächen zugeben. „Nobody is perfect“, und das weiß jeder Personaler.

Mit deinen Schwächen rundest du das Bild ab, welches du dem Personaler von dir übermittelst. Bei der Frage nach deinen Schwächen steht die Sympathie mehr im Vordergrund als die perfekte Antwort.

Das Stichwort ist hier bewusst dosierte Ehrlichkeit. Du solltest dich nicht selbst zu sehr in die Pfanne hauen, aber auch nicht probieren, dich um eine ehrliche Antwort zu drücken.

Für den Personaler ist wichtig, dass du die Fähigkeit zur Selbstreflektion beherrscht und dich aktiv um den Ausgleich deiner Schwächen bemühst. Dann sieht er, dass du bereit bist und Potenzial hast, dich weiterzuentwickeln.

Bereitest du dich gerade auf dein Vorstellungsgespräch vor? Klicke dich durch unseren Blog für weitere Tipps rund um den Bewerbungsprozess!

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